Auf der Suche (1998-2001)
axma1998 spielen wir u.a. in Berlin auf der Abschlusskundgebung einer Demo gegen soziale Ungerechtigkeit und die Erhöhung der BVG-Fahrpreise auf dem Breitscheidplatz am Kudamm. Wir haben noch nie vor einer so großen Menge von Leuten gespielt: Etwa 5000!




boWir trennen uns von Virgin, sind wieder frei und auf der Suche nach einer neuen Plattenfirma, die besser zu uns passt. Im Mai trennen wir uns von Thomas, dafür spielt bis Jahresende Burkhard (Boogie) Schlede Schlagzeug.

Im Juli/August sind wir bei Thommy Hein im Studio und nehmen neue Songs auf, u.a.: „Hinaus“ und „Süße Lust“. 
Im September nehmen wir wieder mit unserem alten Produzenten David Bronner in Freising/Bayern drei Demo-Songs auf: „Ich will weg“, „Hinaus“ und „Süße Lust“.

Marko1999 kommt Marco Frohn als neuer Schlagzeuger. Marco wird entscheidenden Einfluss auf unsere musikalische Weiterentwicklung haben.
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Außerdem kommen Marcos Freund Thomas Gehrke als Soundmann & Tour-Manager und Martin Müncheberg als neuer Lichtmann dazu.



Im April unterbreiten uns K&P (die City-Leute) ein Angebot für eine neue Platte. Nach langen Verhandlungen lehnen wir schließlich ab. Im Juni gehen wir mit Toni Mamics Hilfe Online.
Im Dezember wird das Konzert im Berliner Pfefferberg mitgeschnitten. Die Schlagzeugspuren werden für die Produktion unserer nächsten CD verwendet.

Pay2000 trennen wir uns nach 5 Jahren von Jensi, unserem ersten Bassisten. Neuer Bassist wird Pay Kohn. Noch bevor die ersten Proben mit ihm losgehen, spielt er in Axels Studio „P37“ den Bass für die nächste CD ein, die wir Anfang des Jahres produzieren. Pay versorgt uns nicht nur mit den neuesten Witzen, sondern fühlt sich auch für unser teilweise marodes Equipment verantwortlich und repariert und bastelt, wo immer nötig.


Die Fan-Edition-CD wird bis auf das Schlagzeug im „P37“ aufgenommen und produziert.

Im März beginnt unsere Zusammenarbeit mit Nick Page und dem Syndecade Musikverlag. Er klopft an die Türen von verschiedenen Plattenfirmen und lädt sie zu Konzerten ein. Ins „Logo“ nach Hamburg, wohin Nick 10 verschiedene Labels eingeladen hat, kommt keiner von ihnen. Dafür ist viel Publikum da.

FFAm 23. Juni veranstalten wir das erste MAKANA-BEAT-FESTIVAL mit San Shain, Puls und Ras Donovan im Berliner Tempodrom, das damals noch ein riesiges Zirkuszelt ist und am Ost-Bahnhof steht.
Gleichzeitig ist es die Record-Release-Party für die Fan-Edition-CD Das E1ne, die auf unserem eigenen Label MakanaBeatRecords erscheint.

DEMakanaBeatRecords wird gegründet, um zuerst die Das E1ne, und später unsere zweite reguläre Studio-CD JaJa zu veröffentlichen. Gesellschafter dieses Unternehmens sind neben Axel, Anita und Helen auch Anja Bauerfeind, Helens Schwester, und unser Grafiker Toni Mamic.

MIm Sommer auf dem Weg zu einem Konzert wartet Markus wieder einmal mit einer seiner berühmten Überraschungen auf. Ohne einen einzigen Blick auf die Sprit-Anzeige zu werfen, fährt Markus den Bus gnadenlos leer – natürlich unbeabsichtigt. Irgendwo in der Pampa zwischen Dessau und Jodwede kommen wir mitten auf der Autobahn zum Stehen. Thommy G. springt, wie es sich für einen Tourmanager gehört, im Dreieck und macht Markus erst mal ordentlich zur „Sau“. Helen, immer schon mit einem Hang zu schnellen und praktischen Lösungen ausgestattet, macht sich schnurstracks auf den Weg zu einem einige hundert Meter entfernten Hunde-Trainings-Platz, wo auch wirklich einige Männer mit ihren Hunden trainieren. Ansonsten ist weit und breit nichts, kein Dorf, kein Haus, nix! Auf unsere Frage wohin, antwortet Helen: „Sprit holen bei den Herren da drüben“. Großes Gelächter, ganz klar.
Helen geht los und wir überlegen den ADAC anzurufen. Nach 5 Minuten kommt Helen zurück in dem Kombi eines der Hunde-Trainierer, und in der Hand einen 5 Liter Kanister gefüllt mit Diesel, den der gute Mann zufällig dabei hatte. Das dazu.


Es gibt Nachwuchs bei Mutabor. Markus wird im Juli als erster bei uns Papa. Er lässt es sich natürlich nicht nehmen, zur Geburt bei seiner Frau in Berlin zu sein. Dummerweise kommt Julius natürlich genau an einem Tag auf die Welt, an dem ein Konzert stattfindet. Wir fahren schon mal vor ins Sächsische und hoffen, dass der Lütte pünktlich auf die Welt kommt, was er auch gemacht hat. Markus verlässt unmittelbar nach dem freudigen Ereignis die Klinik und lässt sich von einem Freund zum Konzert fahren. Die Zeit des Konzertbeginns rückt näher, die letzte Band vor uns verlässt die Bühne und wir beginnen den Soundcheck im ständigen Handy-Kontakt zu Markus, der noch relativ weit weg ist. Das Festival-Publikum ist unruhig, weil wir uns viel Zeit lassen beim Line-Check. Na ja, manchmal muss man halt pokern. Aber er schafft es, kommt im letzten Moment auf die Bühne gerannt und das Konzert beginnt.

Vom Chef des Neefeparks in Chemnitz, einem typischen Konsum-Tempel neuerer Bauart, werden wir zu einem Konzert eingeladen. Er erhofft sich höhere Umsätze durch Anlocken jugendlicher Kundschaft. Das Konzert findet Sonntag Nachmittag in der Eingangshalle des Kaufhauses statt. Die jungen Leute strömen in Scharen und scheren sich einen Dreck um das Rauchverbot. Binnen kürzester Zeit breitet sich ein dicker, süßlich-aromatischer Duft in der ganzen Halle aus. Außerdem bekommt unser Lied „Saufen“ für dieses Konzert eine neue Titelzeile: „Kaufen, kaufen, kaufen, noch mehr kaufen…“ Der Chef ist entsetzt und wir und das Publikum haben unsere helle Freude.

PF
Im Juli lösen wir unseren Booking-Vertrag mit Meistersinger auf. Ende des Jahres schließen wir mit African-Dance-Records, später „Agents-For-Music“, die bis zum Abschiedskonzert unsere Konzerte buchen werden, eine Exklusiv-Booking-Vereinbarung ab.




Am 3. Januar 2001 beginnen die Aufnahmen für unser zweites reguläres Album.



FHHier ein Studiobericht von Anita:
Nach vielen Proben und noch ein bisschen die Silvesternacht in den Knochen war der lang geplante 3. Januar 2001 da und es ging mit allen Instrumenten in eines der abgefahrensten Studios in Berlin. Es sind zwar nur wenige Minuten vom Stadtzentrum bis in die Nalepastraße in der Nähe der Rummelsburger Bucht, doch in Wirklichkeit ist es eine Zeitreise. In einer landschaftlichen Idylle an der Spree mit einer kleinen romantischen Insel standen da diese riesigen, 1956 erbauten Backstein-Gebäude. Es handelt sich ganz klar um das Gelände des Rundfunks der DDR. marIn vielen Häusern ist zu dieser Zeit noch die original DDR-Innenaustattung vorhanden. ISEinige der Bauten sind verlassen, andere wiederum bestückt mit unzähligen neuen Studios, die die noch vorhandene Studio-Ausstattung nutzen. Was für eine Ausstrahlung doch Gebäude haben können!
Doch einmal im Studio kann man schnell die Umgebung um sich herum vergessen, denn für die nächsten 1 ½ Monate waren wir nun mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschieden: 12 Stunden Studio täglich, abends kurz nach Hause schlafen und dann mit dem letzten Lied des Vortages im Ohr aufgewacht und wieder ins Studio.
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Marco Birkner war unser Studiotechniker und Co-Produzent und derjenige, der als erster kam und als letzter ging und dem dabei die höchste Konzentration abgefordert wurde. Da kann ich immer nur wieder meine Hochachtung und Anerkennung aussprechen. Ein zweiter guter Freund und Co-Produzent der Band, der auch fast jeden Tag mit dabei war, war Oliver Steinberger, der in Zukunft auch live mixen wird. Die ersten 3 Tage wurden ganz dem Schlagzeug gewidmet, das heißt wir haben alle zusammen die Lieder gespielt, so Plange, bis Marco für jedes Lied den besten Drive gefunden hatte, denn das Schlagzeug ist das Fundament, mit dem jedes Lied steht oder fällt und worauf sich jedes andere Instrument aufbaut. Danach hat Pay den Bass und Markus die Gitarre eingespielt, und unser Zeitplan war perfekt. Geige, Blasinstrumente und Gesang wurden im legendären „P37“-Studio aufgenommen, das heißt Axels Wohnung wurde für 3 Wochen zu einem Studio umfunktioniert, wo der arme Axel kaum noch eine Privatsphäre hatte, wie auch Axels Mitbewohner Sven. Und wieder wurde Tag für Tag 12 Stunden gearbeitet, gebastelt, geschraubt und gelacht. Die Bewohner der Kommune P37 konnten tagelang Fetzen halbfertiger Mutaborlieder hören und ab und zu einen verpeilten Axel durchs Haus gehen sehen. Es kamen und gingen Kreativschübe, und gerade bei den Aufnahmen der Melodieinstrumente und Backgroundgesänge kommen plötzlich viele neue Ideen und man schmeißt gerne mal eine alte isVersion über den Haufen oder man stellt fest, dass man das eine oder andere Lied auch einmal ganz anders angehen könnte, und dann kommt oft das Zeitproblem. Und wäre da nicht unser lieber Marco Birkner gewesen, hätten wir uns bestimmt so manches Mal verzettelt. jjEs stand ja auch schon ein Studiotermin fürs Mixen fest, so dass wir den Zeitplan einhalten mussten. Zum Glück hatte es Marco am Ende noch so gedreht, dass wir im Mixstudio (K4, wieder in dem riesigen Gebäudekomplex der Nalepastraße) während der Mixvorbereitungen gleichzeitig noch aweiter an den Liedern basteln konnten, wobei sich Axel sehr enthusiastisch in die Sache reingekniet hatte. So manche Nacht hatte er in den riesigen Gebäuden einsam im Schlafsack übernachtet, da er so mehr Zeit für den letzten Schliff hatte. Und es hat sich gelohnt, pünktlich und mit unserer Arbeit zufrieden wurde das Album Ende Februar in die Pressung gegeben. (Anita)


OliJaJa erscheint am 26.April 2001 - wieder auf unserem eigenen MakanaBeatRecords Label. Am selben Tag spielen wir im ausverkauften Berliner Pfefferberg das Release Konzert.

Wir trennen uns von Thomas Gehrke. Martin Müncheberg steigt aus um mehr Zeit für seine Arbeit bei ADR zu haben. Wir holen Oli Steinberger als Soundmann/Tourmanager und seine australische Freundin Britta Campion als Lichtfrau an Bord.

Wir spielen 2001 60 Konzerte und bekommen es diesmal mit einigen Wetterunbilden zu tun.



Bei einem mächtig verregneten Festival in Altusried bleibt unser Bus im Modder stecken und wir müssen vom eigens bereitgestellten Festival-Traktor per Kette rausgezogen werden. Der Traktor-Fahrer hat schon einige Übung, denn der muss das schon den ganzen Tag machen – fast jeder Band-Bus versinkt im Schlamm.

prBeim Entenfang-Festival in Torgau kommt es nicht mal mehr zum Konzert. Schon während des Soundchecks verdunkelt bzw. „verschwärzt“ sich der Himmel und eine steife Briese gesellt sich dazu. Das Ganze entwickelt sich in kürzester Zeit zum Hurrikan! Der Himmel öffnet seine Schleusen – und zwar alle. Und dazu dieser Sturm! Das Sound-Mixer-Zelt wird von einer Sturmbö erfasst und verschwindet in Bruchteilen einer Sekunde pfeifend hinterm Horizont. Auf dem Dach der Bühne liegt schon eine riesige Plane bereit, die kurzerhand von aufgeweckten Helfern runtergelassen wird um das Equipment vor dem Regen, der durch den Sturm in die Bühne gedrückt wird, zu schützen. Es dauert keine 5 Minuten und die Plane zerfetzt mit lautem Knall. Wasser marsch! Wir haben es aber wirklich innerhalb dieser 5 Minuten geschafft unsere Instrumente in den Bus zu laden – so schnell sind wir noch nie gewesen! Rein in den Bus und erstmal ab zur nahliegenden Festival-Kneipe. Im Wegfahren sehen wir noch wie beide Bühnen-Lichtmasten einfach umgepustet werden. Vor der Bühne, mit hängenden Schultern und bis zum Knie im Wasser steht der Festival-Techniker und muss zusehen wie seine gesamte Technik im Wasser versinkt. Eigentlich wollen wir dann gleich zum Hotel fahren, werden aber durch zwei riesige umgeknickte Buchen aufgehalten. Die liegen einfach so quer über die Straße. Es dauert Stunden bis die Feuerwehr den Weg frei hat.

Bei einem Konzert in Glauchau erzählten uns einige Leute aus dem Publikum, dass der ortsansässige Veranstalter versucht seinen Umsatz zu erhöhen, indem er gerne einfach mal das Wasser für die Waschbecken in den Toiletten zudreht um die durstigen Leute im heißen Klub zum Getränke-Kauf zu zwingen statt Wasser auf dem Klo zu trinken. Sachen gibt’s!

In Zittau spielen wir beim Augen-Auf-Festival (einem Antirassismus-Festival) das von der Firma „Londsdale“ gesponsort wird, die damit wieder mal verzweifelt versuchen ihr Nazi-Image loszuwerden. Komisches Gefühl wenn hinter einem ein riesiges Londsdale-Banner auf der Bühne hängt und vor der Bühne sich Menschen aus aller Herren Länder zu Musik aus aller Herren Länder friedlich mit den Einheimischen vergnügen.


 
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